Zwei-Klassen-Medizin

 

Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist angetreten, das Solidarprinzip in der Gesundheitsversorgung abzuschaffen.

Die Bundesregierung hat Gesundheits-minister Philipp Rösler, FDP, grünes Licht für seinen Plan B zur Einführung der Kopfpauschale gegeben. Sie kommt jetzt scheibchenweise. Wenn die Pläne nicht mehr verändert werden, gilt von 2011 an: weniger Leistungen und deutlich höhere Beiträge.

Die Kassen werden weniger Geld für die Beratung der Versicherten haben, die Krankenhäuser bei der Pflege sparen. Beim Zahnarzt muss noch mehr aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Wer in der Apotheke ein Medikament wählt, das teurer ist als mit seiner Krankenkasse vereinbart, muss die Mehrkosten selbst tragen.

Arbeitgeber werden geschont - Versicherte müssen zusätzlich zahlen

Der Kassenbeitrag steigt 2011 für Arbeitgeber ein letztes Mal – nämlich von 7 Prozent auf 7,3 Prozent und bleibt dann fest. Versicherte zahlen 8,2 Prozent. Doch das ist für die Versicherten nur die Basis ihres Beitrages. Die schon bei einigen Kassen eingeführten Zusatzbeiträge werden auf 16 Euro verdoppelt und als "kleine Kopfpauschale" erhoben.  Wer ein kleines Einkommen oder eine kleine Rente hat, muss dann knapp 30 Prozent mehr für seine Krankenversicherung bezahlen.


DGB-Filmclip zur Kopfpauschale

Unsere Empfehlung: Der Filmclip zur Kopfpauschale auf stoppauschale.de

Ende der Solidargemeinschaft

Ein sozialer Ausgleich wird der Versichertengemeinschaft aufgebürdet: Wenn der Zusatzbeitrag zwei Prozent des beitragspflichtigen Einkommens übersteigt, wird der Kassenbeitrag entsprechend reduziert. Und weil nur noch die Beitragszahler/innen alleine jeden Kostenanstieg schultern müssen, wird die "kleine" schnell zur "großen Kopfpauschale". Das bedeutet, dass am Ende jede und jeder etwa den gleichen Krankenkassenbeitrag bezahlt: Die Verkäuferin so viel wie ihr weit besser verdienender Chef.

Im Ergebnis: Keine Lösung der Finanzprobleme der Krankenversicherung, aber mehr Belastung für Versicherte und weniger Leistung für Patienten.

 

Gerecht geht anders